
Führung
Teil von Mitarbeiterbefragung durchführen: Prozesssteuerung von der Zielsetzung bis zur Erfolgskontrolle
Maßnahmen nach der Mitarbeiterbefragung ableiten und nachverfolgen
Maßnahmen nach der Mitarbeiterbefragung ableiten: Handlungsfelder bilden, priorisieren, Verantwortliche und Termine festlegen und den Umsetzungsstand prüfen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Aus dem Stärken-Schwächen-Profil entstehen Handlungsfelder, aus jedem Handlungsfeld eine Maßnahmenzeile.
- Der Workshop legt Ziele, Verantwortliche und einen Zeitplan fest.
- Der Umsetzungsstand wird regelmäßig geprüft und an die Belegschaft kommuniziert.
Vom Ergebnisprofil zur Maßnahmenliste
Die Auswertung liefert Auffälligkeiten: Werte, die Schwellen über- oder unterschreiten, Kommentare aus offenen Fragen und der Vergleich mit früheren Befragungen. Aus diesen Befunden bilden Sie Handlungsfelder. Ein Handlungsfeld bündelt mehrere Einzelbefunde zu einem Thema, etwa Zusammenarbeit, Führung oder Informationsfluss.
Die Handlungsempfehlung des KOFA hält fest, dass im Anschluss an eine Mitarbeiterbefragung konkrete Umsetzungsmaßnahmen erforderlich sind. Bei einem Befund, dass Beschäftigte im Arbeitsalltag nicht konkret wissen, was von ihnen erwartet wird, nennt sie als mögliche Reaktion die Einführung von Mitarbeitergesprächen und Zielvereinbarungen. Solche Vorschläge sind Beispiele, keine Vorschrift für jeden Betrieb.
Beginnen Sie mit den Befunden, die im Workshop als Handlungsfeld bestätigt wurden. Zensieren Sie unangenehme Ergebnisse nicht: Werden Ergebnisse zensiert oder verschwinden sie ganz in der Schublade, schadet das dem Unternehmen nachhaltig, weil die Unterstützung der Mitarbeitenden verloren geht. Der langfristige Erfolg entscheidet sich an der Umsetzung der Befragungsergebnisse.
Das folgende Maßnahmenblatt ist eine eigene Arbeitsvorlage. Die Zeile für Übergaben ist ein ausdrücklich fiktives Beispiel.
| Handlungsfeld | Priorität | Ziel | Verantwortliche Rolle | Zeitplan | Umsetzungsstand | Erfolgsindikator |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Übergaben (fiktiv) | hoch | Übergaben laufen vollständig und nachvollziehbar | Teamleitung Fertigung | Vorlage bis KW 12, Erprobung bis KW 20 | Vorlage entworfen | Stichprobenprüfung: Übergabebögen vollständig |
| Projektinformationen | mittel | Projektstatus ist für alle Beteiligten zugänglich | Projektleitung | ab sofort, Prüfung nach 3 Monaten | Statusseite eingerichtet | Rückfragen zum Status gehen zurück |
Priorisieren und beschließen
Ohne Beschluss bleibt jedes Handlungsfeld ein Wunsch. Die Praxisempfehlung aus dem Fallbeispiel des Maschinenbauers Autefa lautet, aus dem Dialog mit den Beschäftigten mindestens zwei bis drei sichtbare Maßnahmen zeitnah abzuleiten und umzusetzen. Sonst entsteht schnell der Eindruck, die eigene Meinung sei umsonst eingebracht worden.
Wählen Sie die Handlungsfelder nach zwei Kriterien aus: Wie stark belastet der Befund den Arbeitsalltag, und wie sicher lässt sich die Ursache beeinflussen? Ein Wert allein priorisiert keine Maßnahme. Erst der Befund plus der beschlossene Ansatzpunkt ergibt eine umsetzbare Zeile.
Für Autefa war Rückengesundheit ein Topthema. Darauf folgte ein Rückenprogramm mit der Krankenkasse und ein Gesundheitstag mit Laufanalyse, Körpermessungen und Übungen für den Arbeitsalltag. Für 2024 wurde Stressmanagement als Fokus genannt. Dieses Vorgehen stammt aus einem einzelnen Betrieb und ist keine Übertragungsgarantie.
Der Ausblick im im KOFA beschriebenen Workshopprotokoll umfasst vier Punkte: zentrale Ziele formulieren, Handlungsfelder priorisieren, Verantwortliche benennen und einen Zeitplan festlegen. Ergänzen Sie Folgetermine, damit die Prüfung nicht aus dem Kalender fällt.
nachverfolgen
Die Handlungsempfehlung verlangt, den Umsetzungsstand regelmäßig zu überprüfen und an die Belegschaft zu kommunizieren. Legen Sie dafür feste Zeitpunkte fest, nicht nur ein Enddatum.
Ein Nachverfolgungsplan je Zeile braucht drei Termine: Zwischenprüfung des Umsetzungsstands, Entscheidung über Nachsteuerung und Mitteilung an das Team. Die Mitteilung muss auch dann erfolgen, wenn eine Maßnahme stockt. Eine verschobene Maßnahme mit Begründung ist sichtbarer als eine stille Verzögerung.
Die Wiederholung der Befragung setzen Sie passend zur Umsetzungsdauer an. Empfohlen werden Abstände von einem bis drei Jahren, um den Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen zu überprüfen. Autefa plante die Wiederholung nicht jährlich, sondern alle drei Jahre, weil die Nachfolgearbeiten langwierig sind und Zeit für die Umsetzung der Wünsche bleibt.
Häufige Fragen
Wie viele Maßnahmen sollte ein Beschluss umfassen?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Die Praxisempfehlung aus dem Autefa-Beispiel nennt mindestens zwei bis drei sichtbare Maßnahmen, die zeitnah umgesetzt werden.
Woran erkennen wir den Erfolg einer Maßnahme?
Legen Sie je Zeile einen Indikator fest und prüfen Sie ihn zum vereinbarten Termin. Die KOFA-Handlungsempfehlung ordnet Indikatoren qualitativ zu, etwa Rücklaufquoten, Fluktuation oder Krankenstand.
Was, wenn ein Ergebnis kritisch ausfällt?
Begreifen Sie auch unangenehme Befragungsergebnisse als Chance für Veränderungen und kommunizieren Sie sie. Werden Ergebnisse zensiert, geht die Unterstützung der Mitarbeitenden verloren.



